Strukturnu změnu nětko – žane Wochozy II!
Strukturnu změnu nětko – žane Wochozy II! Akciski zwjazk přećiwo planowanej jamje Wochozy II

Sewjerorynsko-Westfalska pokazuje: Alternatiwy su móžne! (němsce)

von Friederike Böttcher

Bekannt sind sie, die Bilder von ehemaligen Bergbauregionen weltweit, mit verwaisten Städten, hoher Arbeitslosigkeit und keiner Perspektive. Bis zum Schluss hoffte man darauf, dass die Gruben nicht schließen würden und dass irgend ein Wunder die Wirtschaftlichkeit früherer Zeiten wiederbringen könnte. Das Nachdenken über Alternativen wurde zu lange verdrängt; erinnerte es doch immer daran, dass eine gelebte Tradition ein Ende finden soll. Und auch wenn es leichter ist einen Traum einfach weiter zu träumen, so mahnt unsere Verantwortung gegenüber unseren Kindern, aus der Vergangenheit zu lernen.

Selbst mit Zugeständnissen unseren Naturraum zu opfern, unsere Dörfer zerstören zu lassen und uns mit immer weniger zufrieden zu geben, können wir das Ende der Braunkohle doch nur um wenige Jahre nach hinten verschieben. Brandbriefe, Ausnahmeregelungen und indirekte Subventionen erschweren es mittlerweile sehr, weiterhin zu ignorieren, in welcher Situation wir uns in der Lausitz derzeit befinden.

Es sind schon lange nicht mehr nur braunkohlekritische Stimmen, die ein baldiges Ende voraussehen. Auch von Seiten der Unternehmen wird die Situation der Stromanbieter wenig optimistisch betrachtet. »2016 wird die gesamte Branche einen weiteren Gewinnrückgang erleiden, das ist garantiert.« sagte Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« am Montag, 31.03.2014. »Dramatisch, aber notwendig« werden geplante Kürzungen laut seiner Aussage sein.

In Nordrhein-Westfalen geht man bereits einige Schritte weiter. 300 Millionen Tonnen Kohle werden in einem bereits genehmigten Braunkohlegebiet nun doch im Boden belassen und 1500 Menschen bleiben von einer Umsiedlung verschont. Die Ähnlichkeit der Zahlen zu dem geplanten Tagebau Nochten II sind erstaunlich auffällig und zeigen die Möglichkeit anderer Wege auf.

Eindrucksvoll ist auch die Werbekampagne, mit der Vattenfall derzeit alle öffentlichen Räume und regionalen Medien dominiert. „Viel Werbung machen muss nur der, um den es schlecht bestellt ist“ besagt eine Volksweisheit in der Region und rundet damit ein klares Gesamtbild zur Braunkohle in der Lausitz ab.

So bleiben nur noch jene Institutionen, deren Fortexistenz von einer Weiterführung der Kohle abhängig ist, wie die IGBCE oder der Verein »Pro Lausitzer Braunkohle«, die nicht müde werden, den Traum der Tagebaue weiter zu predigen, doch auch dieses Phänomen, lehrt uns die Geschichte, ist immer dasselbe.