Strukturnu změnu nětko – žane Wochozy II!
Strukturnu změnu nětko – žane Wochozy II! Akciski zwjazk přećiwo planowanej jamje Wochozy II

Jutrowne wuchodźowanje dnja 27. apryla – spřećiwjenje dźe dale (němsce)

von Friederike Böttcher

»Die Messen sind doch längst gesungen« könnte man meinen nach der Entscheidung durch das Innenministerium für Nochten II im Frühjahr diesen Jahres. Dennoch entschieden die Anwohner, dass das Bündnis »Strukturwandel jetzt – Kein Nochten II« den Osterspaziergang samt Kundgebung aus dem letzten Jahr wiederholt. Ingo Schuster, Gemeinderat von Schleife und Ortschaftsrat von Rohne, fasste die Motivation für die Veranstaltung in seinen Begrüßungsworten zusammen: »Unser Osterspaziergang ist ein Zeichen an die Öffentlichkeit. Wir akzeptieren die Entscheidung zu Nochten II nicht! Wir müssen jetzt mit dem Strukturwandel beginnen. Die Umsiedlung und die Zerstörung von Dörfern müssen verhindert werden. Aber dafür müssen wir Steine in den Weg legen, so wie andere uns Steine in den Weg legen. Das heißt: Zeit gewinnen. Der Braunkohlenplan muss beklagt werden!«

In diesem Sinne betonten auch die beiden Gastredner, Pfarrer Werdin aus der Michaelkirchgemeinde Spremberg und Pfarrer Michel aus der Gemeinde Spreetal die Notwendigkeit, möglichst jetzt mit einem Strukturwandel in der Region zu beginnen, damit die Lausitz auch noch für die kommenden Generationen eine lebenswerte Region ist.

»Werden unsere Kinder, unsere Enkel und Urenkel eines Tages auch uns danken können? Oder werden sie uns vorwurfsvoll und verständnislos fragen oder gar verfluchen? Weil wir die Ressourcen verbraucht haben, die sie doch so dringend gebraucht hätten!« sagte Pfarrer Werdin. Pfarrer Michel ergänzte: »Die Region verabschiedet sich von der Braunkohletradition. Erhebliche Veränderungen hat dies zur Folge. Aber Angst ist dabei ein schlechter Ratgeber. Es liegt an uns, welche Startbedingungen es für das Danach gibt. Vattenfall ist nicht die Zukunft der Region. Zukunft gibt es auch nach Vattenfall. Je eher sie beginnen kann, umso besser – für die Zukunft.«

Der Einladung des Bündnisses folgten etwa 300 Menschen aus den Gemeinden Schleife und Trebendorf, Weißwasser, Bautzen, Dresden, Berlin und Chemnitz, um ihre Solidarität mit den Tagebaubetroffenen zu signalisieren. »Ich finde es einfach widersinnig, wie hoch subventioniert und gleichzeitig rückwärtsgewandt und umweltschädlich die Braunkohleverstromung in der Lausitz ist. Wenn diese den Menschen nun auch noch die Heimat nimmt, ist das eine gute Gelegenheit mit
den Bewohnern solidarisch sein. Ich kenne einige Leute aus der Lausitz, die jetzt in Dresden wohnen - die einseitige Braunkohleausrichtung der Region kommt in unseren Gesprächen regelmäßig eher als Rückkehrhemmnis denn als Chance vor.« meinte Torsten Kohl aus Dresden.

Unterstützt wurde der Osterspaziergang durch Vertreter der Domowina, der GRÜNEN LIGA, dem BUND und Greenpeace. Ebenso begleiteten zahlreiche Vertreter der Grünen und Linken aus der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik den Protestspaziergang.